Deutsche Gedichte zur Erbauung

 

 

Wir sind nicht die Unbelehrbaren, wir sind die Unbelügbaren

ERHEBE DICH, mein deutsches Volk und Land,
Leg ab das falsche Bußgewand.
Verzage nicht!
Aus tiefster Volkesnot hilft uns das eherne Gebot
der harten Pflicht.
Erhebe Dich!
Und baue Dir mit fester Hand
ein neues, starkes Vaterland
das DEUTSCHLAND heißt!

(Unbekannt)

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Denn eine Zeit wird kommen

Denn eine Zeit wird kommen,
da macht der Herr ein End,
dann wird den Falschen genommen
ihr unrecht Element.

Denn wie das Herz from Hammer.
so wird das lockre Geschlecht
gehaun sein von Not und Jammer
zu festem Eisen recht.

Da wird der Morgen tagen
hoch über den Wald hinauf,
da gibt's was zu singen und zu schlagen,
da wacht, ihr Getreuen, auf.

( Joseph von Eichendorff )

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Tendenzen

Vergiß die Zeit, verlern das Denken,
mach stets ein dummes Schafsgesicht,
laß Dich vom größten Ochsen lenken,
und stößt er Dich, dann wehr Dich nicht,

Vermeide sorgsam jeden Streit,
und halt Dich fern von Politik.
Dann kommst Du gut durch diese Zeit!
Es trifft Dich nie ein Mißgeschick.

Dann tritt Dir keiner auf die Schuhe,
Dein Dasein wird Dir nicht vergällt,
Du hast vor allem Deine Ruhe
in Deiner eignen, "heilen" Welt.

Und bricht dereinst der Chaos aus,
Du hast es nicht verschuldet.
Kopf in den Sand, wie Vogel Strauß!
Gern bist Du überall geduldet!

Doch wenn Dir dieses Lied nicht paßt,
Geht es Dir schnell an Kopf und Kragen.
Dann bist Du unbeliebt, verhaßt!
Nur niemals hier die Wahrheit sagen!

( Freie Spruchkammer )

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Die Pflicht

Die Zeit ist groß,
doch größer ist der Mensch,
der seine Zeit gestaltet.
Schicksal ist schwer,
doch stärker ist der Mensch,
der seines Willens waltet.

Grüßt nur das Licht,
seid, Brüder, voll Vertraun.
Pflanz auf die Siegeszeichen.
Grüßt nur das Licht,
Ihr Brüder, harret aus.
Die letzten Feinde weichen.

Glaubt an die Tat,
die Euch vom Tod erlöst.
Der Traum ist wahr geworden.
Glaubt an die Tat,
der jungen Sonne Glanz
grüßt sieghaft aus dem Norden.

(Kurt Eggers)

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Die deutschen Berge brennen...

Die deutschen Berge brennen
Rot vor Scham,
weil sie es nicht fassen können,
wie alles kam.

Es glühen die deutschen Fluren
in wehem Leid,
seit sie die Schande erfuhren,
die Schande der Zeit.

Es bäumen sich die deutschen Meere
gegen den Strand;
sie haben deutsche Ehre
anders gekannt.

Und ob der Schmach, der feigen,
die alles nahm,
deutsche Eichen neigen
ihr Haupt vor Gram.

Nur einer sieht der Schande
gelassen zu;
Deutscher aus deutschem Lande,
das bist Du.

(Bogislav von Selchow)

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Besinnung

Wer spürt noch die feine Seele
der Dinge, die um uns sind;
wer lauscht noch dem Lied der Vögel,
dem Strom und dem leisen Wind?

Wer sieht noch die zarten Gräser,
die Blumen am Wegesrand;
wer fühlt noch beglückt die Weite
und Schönheit von Meer und Land?

Wen rührt noch das Los der Tiere,
der Brüder in Wald und Feld;
wer ahnt noch voll tiefer Andacht
den Gott in der weiten Welt?

Wir eilen auf lauten Straßen,
wir leben in Lärm und Hast,
wir nehmen dem Tag das Leuchten
und werden uns selbst zur Last.

Wir haben es fast vergessen
im Taumel der kranken Zeit,
daß Gott uns ein Herz gegeben:
daß Gott dieses Herz geweiht,

das Leben getreu zu hüten
zutieft in die Welt versenkt,
und liebevoll zu umfangen,
was Himmel und Erde uns schenkt.

(Ursel Peter)

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Einmal im Jahr in der heiligen Nacht...

Einmal im Jahr in der heiligen Nacht
verlassen die toten Soldaten die Wacht,
die sie für Deutschlands Zukunft stehen.
Sie kommen ins Haus,
nach Art und Ordnung zu sehen.

Schweigend treten sie ein in den festlichen Raum -=
den Tritt der genagelten Stiefel, man hört ihn kaum.
Sie stellen sich still zu Vater und Mutter und Kind,
aber sie spüren, daß sie erwartete Gäste sind.

Es brennt für sie eine rote Kerze am Tannenbaumn,
es steht für sie ein Stuhl am gedeckten Tisch,
es glüht für sie im Glase dunkel der Wein -
und die Weihnachtslieder, gläubig und frisch,
stimmen sie fröhlichen Herzens mit ein.

Hinter dem Bild im Stahlhelm, dort an der Wand
steckt ein Tannenzweig mit silbernem Stern.
Es duftet nach Tannen und Äpfeln und Mandelkern.
Und es ist alles wie einst - und der Tod ist so fern. -

Wenn dann die Kerzen am Lichtbaum zu Ende gebrannt,
legt der tote Soldat die erdverkrustete Hand
jedem der Kinder leise aufs junge Haupt:
Wir starben für Euch, weil wir an Deutschland geglaubt."

Einmal im Jahr nach der heiligen Nacht
beziehen die toten Soldaten wieder die ewige Wacht.

(Unbekannt)

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Verbietet nur

Verbietet nur, verbietet ruhig weiter,
wo immer sich ein Hauch von Freiheit regt!
ist Eure Willkür doch die Stufenleiter,
auf der wir aufwärts steigen unentwegt.

Sind doch Verbote nur ein Schwächezeichen
der Tyrannei, die Widerstand erzeugt.
Wir Jungen werden der Gewalt nicht weichen.
Wir bleiben glaubensstark und ungebeugt.

Verbietet nur, verbietet Recht und Ehre,
verbietet Freiheit, Volk und Vaterland!
Wir lachen über eure Geistesleere
und weinen über euren Unverstand.

Was leben will, das läßt sich nicht verbieten
mit Paragraphen, Tinte und Papier.
Ihr könnt Euch Sklaven halten, Söldner mieten -
doch Deutschlands Leben,
merkt Euch, das sind wir!

(Dr. Fritz Stüber, 1903-1978)

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Stiller Wunsch

Einmal wieder still versonnen
in die eigne Tiefe finden,
einmal allem Lärm entronnen,
sich an Wesentliches binden.

Einmal ferne allem Eilen
in beglückendem Verweilen
und in ehrfurchtsvollem Schweigen
sich vor allem Schönen neigen.

(Erich Limpach)

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Kein Volk versinkt

Kein Volk versinkt.
das an sich selber glaubt;
auch ich sah Sterne hell
aus Nächten steigen.

Einst kommt der Tag,
da steht der Baum belaubt,
und freies Volk wohnt
unter seinen Zweigen.

(Friedrich der Große)

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Hab nur den Mut!

Hab nur den Mut, die Freiheit
frei zu sagen
und ungestört!
Es wird den Zweifel
in die Seele tragen,
dem, der es hört.
Und vor der Lust des Zweifels
flieht der Wahn!
Du glaubst nicht, was ein Wort
oft wirken kann!

(Johann Wolfgang von Goethe)

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Triumphierender Tag

So manchmal werd' ich irre an der Stunden,
an Tag und Jahr, ach, an der ganzen Zeit:
es gärt und tost, doch mitten auf dem Grunde
ist es so still, so kalt, so zugeschneit.

Habt ihr euch auf ein neues Jahr gefreut,
die Zukunft preisend mit beredtem Munde?
Es rollt heran und schleudert, oh, wie weit!
Euch rückwärts. - Ihr verse\inkt im alten Schlunde.

Doch kann ich nie die Hoffnung ganz verlieren,
sind auch noch viele Nächte zu durchträumen,
zu schlafen, zu durchwachen, zu durchfrieren!

So wahr erzürnte Wasser müssen schäumen,
muß, ob der tiefsten Nacht, Tag triumphieren.
Und sieh! - Schon bricht es hell aus Wolkensäumen!

(Gottfried Keller)

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Der letzte Gruß

Nehmt meinen Dank für's Weggeleit
und was ihr mir gegeben
an treuer Lieb' in Not und Streit
in meinem reichen Leben.

Vom Jenseits grüßt euch meine Hand,
wenn ihr dies Blatt empfangen,
ich bin euch in das fremde Land
getreu vorausgegangen.

Mein letzter Wunsch am Lebensbaum
als stiller Wegbereiter:
Reicht ehrfuchtsvoll den deutschen Traum
an unsre Jugend weiter.

(Josef Hieß)

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Weihnacht

Es bricht ein Licht aus Dunkelheit,
ein neues Jahr tritt in die Zeit.

Du sahst als Kind das Weihnachtslicht,
da sprach es, was es heute spricht:

Ihr seid wie Blätter nur am Baum
und kommt und träumt den kurzen Traum,

bis ihr vom Winde fortgeweht -
Ein andrer steht dann, wo ihr steht,

wie vor euch dann ein andrer war.
So läuft es weiter, Jahr um Jahr.

Und ewig ist nur, daß das Licht
in jedem Jahr die Nacht durchbricht.

Drum öffnet eure Augen weit
und seid erfüllt in dieser Zeit

von dem, was in euch wie das Licht
von eurer deutschen Seele spricht.

(Fritz N.)

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