Gedichte deutscher Soldaten

 

 

Wenn ich einmal frei sein werde...

Wenn ich einmal frei sein werde,
frag' ich mich, wie wird das sein?
Grabe dann in deine Erde,
Heimat, tief die Hände ein.

Gehe einsam durch die Straßen
wie in einem stillen Traum.
Kann die Freiheit noch nicht fassen,
lehn' den Kopf an einen Baum.

Wenn mich jemand wollte fragen,
wo ich denn gewesen bin,
werde ich verhalten sagen:
War in Gottes Mühlen drin.

Sah die Müller Spuren mahlen
in der Menschen Angesicht,
mußte mit dem Herzblut zahlen
wie in meinem Leben nicht.

Wenn ich einmal frei sein werde,
frag' ich mich, was mir verblieb:
du - oh deutsche Heimaterde,
dich hab ich von Herzen lieb!

(Heinrich George, 1946 in russischer Gefangenschaft gestorben)

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Soldaten-Weihnacht im Weltkrieg

Einsame Wacht,
schneekühle Nacht!
Es knarrt der Frost im Eise,
der Sturm singt harsche Weise.
Der Friede, den ich preise,
der ist in Bann und Acht.

Brandhelle loht!
Mord, Haß und Tod.
sie recken ob der Erde
zu grauser Drohgebärde,
daß niemals Frieden werde,
Schwurbände blutig rot.

Was Frost und Leid!
Mich brennt ein Eid,
der glüht wie Feuersbrände
durch Schwert und Herz und Hände.
Es ende drum, wie's ende -
Deutschland, ich bin bereit!

(Walter Flex)

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Bekenntnis

Ich, einer von den Letzten und den Alten
will treu zu dir, der einst uns führte, halten.
Und sind auch deine Fehler offenbar:
in allem stehe ich, was einstens war.

Bei deiner Asche schwör ich, großer Mann:
In Treue stand ich, als der Kampf begann.
Du hast mir selber einst die Hand gedrückt
und mich mit blauen Augen angeblickt.

Nun, da das Heil'ge Reich versunken ist,
und du nicht mehr auf dieser Erde bist,
steh' ich, gealtert und in weißem Haar
für alles ein, was einst uns teuer war.

Ich bleibe unsren heeren Zielen treu:
Mein letzter Stolz ist: Ich war auch dabei!

(Unbekannt)